4. Mai 2016

Operation Orga-Grad 1000 + x

Als wir die TVStud-Kampagne Anfang 2016 begannen, bewegte sich der gewerkschaftliche Organisationsgrad der studentischen Beschäftigten unter 7 %. Wenn die Gewerkschaften in solch einer Situation in Tarifverhandlungen eingestiegen wären, wäre das auf zwei Arten dumm gewesen.

Erstens kann nur eine breite und aktive Basis sicherstellen, dass die Verhandlungsgruppe tatsächlich im Sinne der Mehrzahl der studentischen Beschäftigten agiert.

Zweitens wollen wir nicht mit einem Löffel bewaffnet in eine Schießerei gehen: Die Hochschulen als Arbeitgeber*innen sitzen an einem ziemlich langen Hebel. Nur durch gewerkschaftliche Organisierung können wir als verstreute und prekarisierte studentische Beschäftigte die nötige Kraft aufbringen, um uns in strittigen Punkten durchzusetzen.

Darum haben wir 1000 studentische Beschäftigte gesucht, die als Mitglieder in GEW oder ver.di eintreten. Und gefunden! Gemeinsam machen wir die Tarifkampagne zum Erfolg!

Wenn ihr noch nicht beigetreten seid – nicht schlimm! Selbstverständlich könnt ihr euch immer noch den Gewerkschaften anschließen!

Status:


Fragen und Antworten

Warum gerade 1000? Ist das realistisch?

Bei der Umfrage im Februar 2016 haben etwas über 1200 der nicht gewerkschaftlich organisierten Teilnehmer*innen angegeben, dass sie sich vielleicht bis sehr gut vorstellen können, Gewerkschaftsmitglieder zu werden. Wenn ein nennenswerter Teil von ihnen diesen Gedanken in die Tat umsetzt und ein paar weitere mitziehen, sehen wir uns in einer guten Ausgangssituation für eine Tarifauseinandersetzung. Dafür steht die 1000.

Und die tausend haben wir ja tatsächlich auch erreicht. Damit ist eine Situation hergestellt, in der wir als Angestellte handlungsfähig sind. Je mehr wir werden, desto mehr können wir rausholen.

Warum sind so viele Mitglieder notwendig?

Wir haben uns die letzten Verhandlungen genau angeschaut und analysiert. Dass der TVStud II 1986 durchgesetzt wurde, lag vor allem an einem sehr hohen Organisationsgrad. Den umgekehrten Fall haben wir 2011 erlebt. Auch damals wurde versucht, einen neuen Tarifvertrag zu verhandeln. Allerdings blieb damals der Organisierungsgrad im Keller. Dies führte zu der paradoxen Situation, dass das letzte Angebot der Hochschulen faktisch für einen großen Teil der Studierenden weniger netto bedeutet hätte. Die studentische Tarifini musste die Kampagne abbrechen.

Um nicht in die gleiche Falle zu tappen, haben wir uns die 1000 Organisierten als Ziel gesetzt, auch um für euch transparent zu machen, wo wir mit unserer Kampagne stehen.

In welche Gewerkschaft soll ich denn gehen?

Der aktuell geltende TV Stud II wurde durch ver.di und GEW abgeschlossen. Darum brauchen wir Mitglieder in diesen Gewerkschaften. In welche ihr eintretet, müsst ihr selbst entscheiden.

Ein sinnvoller Anhaltspunkt ist, in welchem Bereich man nach dem Studium wahrscheinlich landen wird. Die GEW ist die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ und trägt schon im Namen, dass sie sich besonders auf den Bildungsbereich konzentriert. Viele Lehrer*innen und wissenschaftlich Beschäftigte organisieren sich hier. ver.di steht für „vereinte Dienstleistungsgewerkschaft“, hat also den Anspruch, alle Dienstleistungsberufe abzudecken. Dazu gehören nicht nur die Beschäftigten an den Hochschulen.

So ein Beitritt kostet doch Geld und Zeit?

Normalerweise kostet eine Gewerkschaftsmitgliedschaft ca. 1 % des Bruttogehalts. Für unsere Kampagne gibt es Sonderkonditionen:

  • Bei der GEW zahlen studentische Hilfskräfte nur 2,50 Euro im Monat.
  • Bei ver.di konntet ihr euren Beitritt mit der Bedingung verknüpfen, dass das 1000-Neumitglieder-Ziel wirklich erreicht wird. Das ist inzwischen geschehen. Erst jetzt wird der Mitgliedsbeitrag von 1 % vom Bruttogehalt bzw. mindestens 2,50 Euro fällig.

Der Mitgliedschaftsantrag per Online-Portal dauert circa 10 bis 15 Minuten.

Und der Beitritt rechnet sich: Das eine Prozent Lohn, das man in die Mitgliedschaft investiert, bekommt man durch einen guten Tarifabschluss sehr schnell um ein Vielfaches wieder heraus. Falls der Tarifabschluss nichts wird und ihr sonst kein Interesse an einer Gewerkschaftsmitgliedschaft habt, könnt ihr ganz einfach quartalsweise wieder austreten. Monetär bietet so ein Gewerkschaftsbeitritt also hohe Gewinn-Chancen bei überschaubarem Risiko.

Informiert eure Kolleg*innen!