Wir sind genug gelaufen für diesen Tarifvertrag – jetzt wird in die Pedale getreten!

Aufruf zur Fahrrad-Demo am Donnerstag, dem 28.06. um 16 Uhr

Seit April 2017 verhandelt die Tarifkommission bestehend aus studentischen Vertreter*innen und Gewerkschaften mit der Hochschulseite. Seitdem sind acht Verhandlungsrunden gescheitert! Wir, studentische Beschäftigte, wollen endlich 17 Jahre Reallohnverfall stoppen und fordern einen neuen Tarifvertrag!

Hinter uns liegen wochenlange Streiks, Demos, Sektempfänge, Kontakt-Frühstücke, die Lange Nacht der Ausbeutung, die Verleihung der goldenen Handschelle und die polizeilich aufgelöste Audimax-Besetzung an der TU. Die letzten Entwicklungen haben gezeigt: Wir gehen den Präsidien der Berliner Hochschulen mit unseren Streiks und Aktionen allmählich auf den Senkel. Also machen wir weiter damit!

Am 28.06. wird es eine Fahrraddemo mit dem Titel „Wir haben nichts zu verlieren als unsere Ketten?!“ geben. Wir solidarisieren uns auch bei dieser Demo wieder mit anderen Beschäftigten im Arbeitskampf – diesmal auch mit den Fahrradkurier*innen von Foodora und Deliveroo. Mit dabei sind außerdem die hauptamtlich Beschäftigten, die sich wie wir studentisch Beschäftigte in endlosen Kettenverträgen von einer Beschäftigung zur nächsten hangeln. Einige sind sogar nur für ein paar Monate während der Vorlesungszeit angestellt – müssen sich in den Semesterferien also ohne Lohn über Wasser halten. Wer nicht anderweitig finanziell unterstützt wird, ist abgehängt. Auch gegen diesen Missstand protestieren wir!

Wie bei unseren vorherigen Demos geht es auch dieses Mal nicht allein um unsere Tarifauseinandersetzung, sondern auch um die (stadt-)politischen Kämpfe, die damit zusammenhängen. Das betrifft nicht nur steigende Mieten und den Ausverkauf sozialer Räume. Dieses Mal radeln wir mit allen, die sich wie wir ohne Auto und teilweise auch ohne öffentliche Verkehrsmittel durch Berlin bewegen. Weil das Geld fehlt oder weil sie nicht zur Luft- und Umweltverschmutzung beitragen wollen. Bei unserer Fahrrad-Demo werden wir daher sowohl einem Großteil der bestreikten Hochschulen einen Besuch abstatten als auch gemeinsam mit vielen anderen zusammen für eine fahrradfreundliche und lebenswerte Stadt für alle demonstrieren.

Kommt dazu und radelt mit – Gemeinsam drehen wir am Rad!

Donnerstag, 28.06. 16 Uhr zum Treffpunkt vor dem TU Hauptgebäude (Straße des 17. Juni 135)

Abschlusskundgebung 17:30 Beuth Hochschule (Zeppelinplatz)

Wir freuen uns über alle, die spontan dazu stoßen! [Route]

Zur Facebookveranstaltung geht’s hier: www.facebook.com/events/138349170289452

8 thoughts on “Wir sind genug gelaufen für diesen Tarifvertrag – jetzt wird in die Pedale getreten!

  • German (white) privilege at its best!!!
    Complaining about not getting what most people on the planet can’t get.
    Fun fact: 1 billion children are in poverty and 22.000 children die due to poverty each day.
    And you’re because you’re not getting enough money for doing a job you’re barely qualified for.

    • Fukking white privilage!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
      First they enslave the world and get rich by exploiding mama nature and now their offspring want 4€ more!!!!!!!!!
      *sarcasm voice ends here*
      please check your data. the dying children you are talking about is a cliché that has it’s roots in the 1960s. The world since then has changed. Which doesn’t mean that poverty has ended, nor that it is OK for many people to live in poverty.
      *www.gapminder.org*

      Since 2016 an anormous landmark has been reached: 1% of the worlds population has more wealth than the rest 99%. [oxfam]
      Oxfam also calculated that the richest 62 people in the world had as much wealth as the poorest half of the global population.

      White privilage is a huge barrier that the future has to overcome (or smash :)) in order to rise humanity to a new and higher level of kindness and fairness.
      you can learn about this stuff in my tu project “fairtrade university leben”.

      but pls. go and get your anger out at the right persons. pick one of the 62.

  • You’re right, there’s a lot of people on this planet who are worse off than us. You don’t even have to go as far as children in extreme poverty, it’s also the security guards and cleaning staff who do important but systematically undervalued work at the same unis as us (by which I definitely do not want to put these groups at the same level). We also experience frequently that people are not supportive of our cause because they feel underpaid, too. So what now? For me, the way forward is working together and supporting each other struggles rather than standing against each other.

    As for the argument that we’re not qualified for our jobs, this has been discussed over and over during the campaign, so just shortly: Job advertisement for positions as a student assistant are often actually quite demanding and require knowledge and skills in the specific area of research. On top of that, unis often hire student assistants for administrative work to replace more expensive normal full-time staff – the difference is in the cost, not the performance.

  • Liebe Studierenden,

    ich habe mich als Mitglied des Mittelbaus immer hinter eure Forderungen gestellt und eure Interessen gegenüber den universitären Gremien vertreten soweit ich das konnte.

    Ich möchte dennoch anmerken, dass ich den Titel der Fahrraddemo geschichtsvergessen und im Geschmack fragwürdig finde. Dafür sind natürlich nicht alle Studierenden verantwortlich, aber die Entscheider*innen an dieser Stelle sollten sich mal “an den Kopf packen”.

    Der Begriff geht nach meinem Verständnis auf den Kampf gegen Rassismus zurück und beinhaltet eine klare Refrenz zur tatsächlichen Versklavung von Menschen (i.d.R. “nicht-weiße”), die von ihren z.T. real existierenden Ketten befreit werden sollen.

    Die Ketten-Referenz in eine “lustige” Fahrrad-Analogie zu packen und damit eine Bezahlung auf 10.98€/Std. indirekt mit Sklaverei zu vergleichen, halte ich für unpassend und es dient in meinen Augen auch kaum dem Zweck, dass sich mehr Menschen mit den berechtigten Interessen der Studierenden identifizieren.

    Freundliche Grüße

    • Lieber WiMi,

      du hast Recht, dass Sklaverei ein sensibles und mit prekärer Lohnarbeit schlecht vergleichbares Thema ist. Gleichsetzungen mit Rassismus sind problematisch und kommen in deutschen Arbeitskämpfen leider trotzdem oft vor. Dagegen Partei zu ergreifen ist völlig richtig.
      Den speziellen Slogan möchtest du vielleicht in eine Web-Suchmaschine deiner Wahl eingeben. Möglicherweise verweist der auf eine andere Herkunft, als du annimmst. Die Fahrraddemo hat sich auch gar nicht auf schwiemelige Primärassoziationen verlassen, sondern ganz konkret (unter anderem im obigen Text) benannt, worin die Relevanz des Satzes besteht.

      • Ich freue mich über die Klarstellung.

        Ich bleibe dennoch bei meiner grundsätzlichen Position.

        Wahr ist: Ursprünglich geht das auf Marx zurück – das war mir auch bewusst.
        Wahr ist aber auch: Aktuell wird die Aussage “We have nothing to lose but our chains” von der Black Lives Matter-Bewegung genutzt und ist in neuerer Zeit eher mit Anti-Rassistischen Bewegungen assoziiert, als mit dem “Kampf der Proletarier” (in diesem Zusammenhang habe ich das schon sehr lange nicht mehr gesehen – aber vielleicht bin ich auch einfach auf den falschen Seiten unterwegs).

        s. z.B. hier: https://www.huffingtonpost.com/nyle-fort/nothing-to-lose-but-our-c_b_6897350.html?guccounter=1

        oder hier:
        https://forward.com/schmooze/403456/black-jews-and-allies-celebrate-juneteenth-the-end-of-slavery-with-a-seder/

        Ich finde es daher nach wie vor fragwürdig, den “Kettenbegriff” zu nutzen (auch wenn ich hier nicht unterstelle, dies seie in böser Absicht geschehen).

        Hand aufs Herz: Woran denkt ihr denn spontan, wenn es um “in Ketten legen” und “sich von Ketten lösen” geht? An prekäre Beschäftigung oder an de-facto Sklaverei?

        Aber wie es so schön heißt “It’s not use crying over spilled milk”.
        Ich hätte mir hier einfach einen weniger belasteten Slogan gewünscht.

        Noch mal: Ich unterstütze eure Positionen grundsätzlich. Ich war nur um den Ton dieses Plakates besorgt.

        • Liebe/*/r WiMi,

          ich sehe es tatsächlich anders als du. Ich kann mit diesem Political-Correctness-Wahn und die daraus entstehenden “Euphemismus”-Tretmühlen überhaupt nichts anfangen. Hier wurde ein direktes Zitat leicht abgeändert verwendet. Nur weil darin ein Wort vorkommt, welches aktuell von einer Antirassistischen Bewegung verwendet wird, ist damit jegliche Verwendungsart fragwürdig? Ich finde solche eine Ansicht hochproblematisch und es liegt in der Verantwortung eines jeden, bevor groß aufgeschrien wird, die Ursprünge und Absichten herauszufinden, die die Verfasser*innen oder die jeweilige Bewegung im Sinne hat, anstatt sich auf erste Assoziationen zu verlassen und internet-typische über-emotionale Scheindebatten zu führen. Wörter haben nicht nur eine spezifische Bedeutung und dies sollte gerade in einer mutikulturellen manigfaltigen Gesellschaft auch Akzeptanz finden, anstatt das Gegenteil zu tun, also wahllos Bedeutungshoheit zu beantragen und diese scheinbare Political-Correctness durch zu prügeln oder sich gegenseitig nieder zu machen und mit Vorwürfen zu begraben. Die Antirassistische Bewegung hat ihren Kettenbegriff, die Arbeiterbewegung ihren eigenen Kettenbegriff. Warum kann das nicht co-existieren? Warum ist die aktuelle Verwendung vorrangiger als die historische, warum Rassismus vorrangiger als die Arbeiterbewegung? Allein wenn man die letzte Frage zu beantworten versucht, versucht man Dinge mit einander ins Verhältnis zusetzen, die eigentlich nicht ins Verhältnis zu gesetzt werden können.
          Nebenbei gesagt kommt von der marxschen Seiten durchaus der Vergleich von lohnabhängiger Arbeit und Sklaverei. Eine Verbindung gibt es also durchaus (von Rassismus-Themen ist mir dort hingegen allerdings nichts bekannt). Dies jetzt hier auszuführen, würde allerdings den Rahmen sprengen.
          Ich hoffe ich habe dich nicht falsch verstanden und daher an dir vorbei geredet.

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